Eigentlich hätte ich heuer tatsächlich viel Zeit zum Wandern und Bergsteigen gehabt – immerhin trainierte ich ja nur nach Lust und Laune und durch die fehlenden Wettkämpfe und die Absage vieler anderer Veranstaltungen, Kurzurlaube etc. hatte ich eigentlich deutlich mehr Zeit als in den vergangenen Jahren. Tja, letztendlich habe ich es leider dann doch viel zu selten in die Berge geschafft – umso mehr habe ich mich aber gefreut, dass ich zur Biolectra 24h Trophy eingeladen wurde! Zur Auswahl standen eine 12- und eine 24-stündige Wanderung, wobei Flo und ich uns für die gemütlichere Variante entschieden … nicht zuletzt deshalb, weil uns einfach die Vorbereitung fehlte bzw. wir es uns auch nicht so ganz vorstellen konnten, ganze 24 Stunden lang zu wandern :-). Somit ging es am vergangenen Freitag also für uns ab ins Karwendelgebirge – voller Vorfreude und sehr gespannt, was uns dort erwarten würde.

PERFEKT ORGANISIERT

Bei traumhaftem Wetter erreichten wir nach einem kurzen Kaffee-Zwischenstop (beim Dinzler in Irschenberg muss man einfach stehenbleiben!) unser Hotel in Mittenwald, wo wir erst mal eincheckten. Danach ging es gleich weiter nach Wallgau, wo wir unsere Startunterlagen abholten und ich endlich auch Maria, mit der ich im Vorfeld einige Mails hin- und hergeschrieben habe, persönlich kennenlernen konnte. Neben den wichtigsten Informationen für den Folgetag gab es auch ein volles Goodiebag für uns, am Biolectra-Stand konnten wir nach erfolgreichem Drehen am Glücksrad auch noch ein paar Packungen Magnesium abstauben. Abends gab’s dann natürlich richtiges „Carboloading“ mit Pizza, Tiramisu … und Wein ;-) in Mittenwald.

MISSION: 12 STUNDEN WANDERN!

Pünktlich um 7:00 Uhr erschienen wir am Samstagmorgen zum Frühstück – das Hotel Post in Mittenwald hat das Thema „Corona & Frühstücksbuffet“ perfekt gelöst – man bekommt beim Check-in einfach eine Karte, auf der man einfach seine Frühstücks-Wünsche ankreuzt und die man dann an die Tür hängt. In der Nacht wurde diese offensichtlich eingesammelt und wir bekamen unser Wunsch-Frühstück an den Tisch geliefert. Ausgeschlafen und satt fuhren wir dann zum Start nach Wallgau, wo wir bei einem Ständchen von der dortigen Musikkapelle den Aufbruch der 24h-Wanderer um 8:00 Uhr live mitverfolgen konnten. Eine Viertelstunde später standen dann auch schon wir (natürlich mit Maske) am Start unseres Abenteuers im Karwendel. Ein ganz neues Gefühl für uns, nach dem Start nicht mit Vollgas loszupreschen, um möglichst schnell im Ziel zu sein, sondern ganz gemütlich loszumarschieren, da wir ja ohnehin 12h unterwegs sein würden. Übrigens wurde allen Teilnehmern zuvor durchaus deutlich erklärt, dass es sich nicht sehr gern gesehen wird, wenn sich einzelne Personen von der Gruppe trennen, weil ihnen das Tempo nicht passt :-).

 

Das Wetter zu diesem Zeitpunkt hätte besser nicht sein können: Blauer Himmel, die gerade aufgehende Sonne und ein paar „mystische“ Nebelschwaden sorgten wirklich für eine ganz besonders coole Kulisse. Allerdings kannten wir auch die Wettervorhersage und wussten, dass uns das schöne Wetter leider nicht sehr lange erhalten bleiben würde – somit galt es, möglichst viel Sonne aufzusaugen und die ersten Kilometer so richtig zu genießen.

EINFACH NUR: WOW!

Immer wieder kamen wir an unglaublich schönen Plätzen vorbei, wo natürlich auch kurz die eine oder andere Pause eingelegt wurde, um ein paar Fotos zu machen. Natürlich gab’s auch durch die Guides Stefan und Chris immer wieder ein paar Infos zur Region und der Strecke, auf der wir uns bewegten. Nach rund zwei Stunden kamen wir zu einem Schützenheim, wo wir mit jeder Menge Brot, Käse, Wurst, Schokolade und Saft versorgt wurden. Nach einer kurzen Pause ging es auch schon wieder weiter – inzwischen war leider vom blauen Himmel auch nicht mehr wirklich viel übrig und wir freundeten uns mit dem Gedanken an, bald im Regen wandern zu müssen, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat.

HIKING IN THE RAIN

Am späten Vormittag begann es dann zu regnen. Egal ob Poncho, Regenjacke oder Schirm – in irgendeiner Form waren alle ausgerüstet und so ging es zügig weiter, vorbei am Wildensee in Richtung Mittagspause. Nach ein paar Anstiegen kamen wir dann auch schon beim Berggasthof St. Anton an, wo es wahlweise Gemüseschnitzel oder Gulaschsuppe für uns gab. Flo und ich beschlossen dort, unsere Regenhosen anzuziehen, da es sich so richtig schön „eingeregnet“ hatte und auch nicht mehr besonders warm war. Sobald wir uns aber dann wieder ein paar Minuten bewegt hatten, war das Frieren auch schon wieder vorbei und es ging hinunter zum Lautersee.

HIGHLIGHT: DIE LEUTASCH KLAMM

Für einige Kilometer ging es dann „zurück in die Heimat“, über die österreichische Grenze. Dort wartete auch schon der Ausgangspunkt der Leutasch Klamm auf uns – ein absolutes Highlight für die ganze Familie. Auf dem Klammgeistweg wandert man auf einem Metallsteg immer am Fels entlang, hoch über dem hellblauen Gebirgsfluss unten in der Klamm und es gibt jede Menge Stationen, die nicht nur für Kinder wirklich spannend und lustig sind. Vom beeindruckenden Bergpanorama am Ausgang der Klamm sahen wir leider nicht so viel, aber die Leutasch Klamm war für uns jedenfalls eines der absoluten Highlights der Wanderung und ist als Ausflugsziel für die ganze Familie absolut empfehlenswert.

IMMER WEITER …

 

Bald überquerten wir wieder – zur Freude der vielen deutschen Teilnehmer – die Grenze und freuten uns alle schon sehr auf einen warmen Kaffee. Den mussten wir uns aber erst noch verdienen – denn es ging noch einige Kilometer lang auf Asphalt an Mittenwald vorbei, immer der Isar entlang. An den nicht allzu starken Dauerregen hatten wir uns inzwischen alle irgendwie gewöhnt. Nach einiger Zeit erreichten wir dann auch den Parkplatz, auf dem das Team der Biolectra 24h Trophy schon Pavillon-Zelte aufgebaut und eine Kaffeejause vorbereitet hatte. Ich nutzte die Gelegenheit nicht nur, um jede Menge Kuchen in mich hineinzustopfen, sondern auch, um nochmal einen trockenen Hoodie unter meiner Hybrid und der Hardshelljacke sowie dem Regen-Poncho anzuziehen, um für den letzten Teil gerüstet zu sein.

DAS ZIEL NAHT!

Kurze Zeit und einige Kilometer später wurde es dann auch schon dämmrig und bald wurden auch die ersten Stirnlampen in Betrieb genommen. Ich muss zugeben, dass sich die letzten Kilometer im Dunkeln dann schon etwas gezogen haben. Wir waren zwar beide sehr überrascht, wie gut wir die lange Distanz und Gehdauer muskulär wegsteckten, aber die Füße taten uns dann doch schon ziemlich weh ;-). Umso schöner, als unser Guide Stefan das Handy zückte, um dem Organisationsteam Bescheid zu geben, dass wir in rund 20 Minuten das Ziel erreichen würden. Wie sehr freute ich mich schon, endlich wieder sämtliche Bekleidungsschichten abzulegen, mich hinzusetzen und im Idealfall auch noch was Warmes zu essen zu bekommen. Pünktlich um 20:00 Uhr hieß es dann auch schon: Ziel erreicht! In der Golf-Alm war ausreichend Platz für uns alle, es war warm und gab Bier und Radler und eine Riesenportion Nudeln für uns. Den Abschluss des gemeinsamen Tages bildete die feierliche Übergabe der Urkunden – natürlich mit Maske, ausreichend Abstand und immer maximal zu zweit wurden wir nach vorne gebeten und durften uns von der Menge feiern lassen.

 

Wenig später wartete dann auch schon der Shuttlebus, um uns zurück zu den Autos zu bringen. Ich muss sagen, die Organisation war absolut perfekt – wir hatten ausreichend Zeit, um gemütlich zu essen und uns aufzuwärmen, der Abend wurde aber auch nicht „unnötig“ in die Länge gezogen. Man merkt einfach, dass die Veranstalter jede Menge Erfahrung mit dieser Art von Event haben und genau wissen, dass sich jeder am Ende der Wanderung einfach nach einer warmen Dusche, bequemer Bekleidung und idealerweise auch einem Bett sehnt. Für uns ging es allerdings dann noch mit dem Auto nach Hause, wo wir gegen Mitternacht todmüde aber sehr happy in’s Bett fielen.

 

DANKE, DANKE, DANKE!

An dieser Stelle möchte ich mich bei Maria und dem Team der Biolectra 24h Trophy bedanken – wir fühlten uns zu jedem Zeitpunkt absolut willkommen und bestens aufgehoben. Auch die Guides waren absolut super und was Corona anbelangt, so hatten wir zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Bedenken, da stets auf die Maskenpflicht in den Gebäuden und ausreichend Abstand hingewiesen wurde. Ich kann eine Teilnahme an der 12-Stunden-Wanderung also absolut empfehlen – egal, ob man zu zweit, in einer größeren Runde oder einfach auch alleine ist.

 

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